Tempo 30 auf Kantonsstrasse darf kein Thema sein

Die JSVP des Kantons Luzern nimmt den Entscheid des Regierungsrat, Tempo 30 auf Kantonsstrassen künftig prüfen zu wollen, mit Bedauern zur Kenntnis. Dieser Paradigmenwechsel ist ein Kniefall vor der linksgrünen Stadt Luzern, die statt auf vernünftige Lösungen zu setzen, blind ihrer Ideologie folgt und gar mit dem Weg über die Gerichte droht. Statt ein solches Urteil für den Kanton Luzern abzuwarten, erweist sich der Regierungsrat als schwächlich und passt sich in vorauseilendem Gehorsam der linken Minderheit an. Der Entscheid und die Begründung mit dem Lärmschutz sind in unseren Augen falsch, denn auf Bundesebene laufen Bestrebungen den Lärmschutz aus dem Gesetz zu streichen. Diesen politischen Entscheid hätte der Regierungsrat abwarten müssen. Daneben führt nur schon die künftige Prüfung von Tempo 30 auf Kantonsstrassen zu Zusatzkosten beim Kanton, weil dazu teure Gutachten notwendig sein werden. Aber auch für die Wirtschaft und den ÖV führt die Einführung zu mehr Kosten, die schlussendlich der Bürger zu tragen haben wird. Wird der ÖV durch Temporeduktion langsamer, müssen mehr Fahrzeuge eingesetzt werden. Und 48 Sekunden mehr pro Kilometer führen für das Gewerbe zu Zeitverlusten. Aber auch aus verkehrstechnischen Gründen macht Tempo 30 auf Kantonsstrassen keinen Sinn. In den Gemeinden wurde in den letzten Jahren bewusst Tempo 30 Zonen in den Quartieren und auf Gemeindestrassen eingeführt, um den übergeordneten Verkehrsfluss auf den Hauptstrassen zu kanalisieren. Wird dieser Vorteil der Hauptstrassen nun wegfallen, so werden künftig wieder mehr Autos durch die Quartiere fahren, was dort zwangsläufig zu weiteren Einschränkungen für den MIV führen wird. Tempo 20 und Sperrungen um nur zwei zu nennen. Auch aus Lärmschutzgründen macht es keinen Sinn das Tempo zu reduzieren, wie Studien zeigen. Es ist in der Schweiz niemand gezwungen an einer starkbefahrenen Strasse zu wohnen. Man fühlt sich bei der ganzen Diskussion stark an die Fluglärmdebatte erinnert. Leute ziehen aus Kosten- und Bequemlichkeitsgründen an diese Lagen und jammern dann wegen dem Lärm. Man weiss genau wo man hinzieht, wer das nicht genügend abklärt ist selbstschuld. Sich dann im Nachhinein darüber zu echauffieren und alle andern einschränken zu wollen, zeugt in unseren Augen von grossem Egoismus und Ignoranz anderer Interessen gegenüber. Es ist im Übrigen ein Fehlschluss zu glauben, dass die jetzigen Bewohner von Tempo 30 langfristig profitieren. Durch die entstehende Aufwertung entsteht ein Druck auf die betreffenden Immobilien, was entsprechend zu höheren Preisen führen wird. Die Gentrifizierungsgegner fördern mit ihrem schizophrenen Verhalten die Gentrifizierung; der Hund beisst sich damit in den eigenen Schwanz.

Als JSVP Kanton Luzern wehren wir uns gegen weitere Einschränkungen auf den Kantonsstrassen. Die JSVP hat deshalb eine kantonale Volksinitiative in den Startlöchern, für die wir ab dem 1. Februar 2019 Unterschriften sammeln werden. Damit soll solchem Gebaren entschlossen entgegengetreten werden.